- Livia Koller
- 11. Dezember 2023
- 13 Min. Lesezeit
Im Interview mit Bruno Schär möchten wir mehr über das innovative, nachhaltige Konzept erfahren.
Vom konkreten Problem zur zukunftsträchtigen Lösung
Bei der Entsorgung eines wunderschönen Weihnachtsbaums vor ein paar Jahren hatte Bruno Schär ein schlechtes Gewissen. "Es kann doch nicht sein, dass man bei diesem Klimawandel Bäume nach zwei Wochen einfach so wegwirft", dachte er sich und suchte nach einer Lösung, um Christbäume weiter leben zu lassen.
Die Bäume sollen weiterhin CO2 und Wasser binden und den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff produzieren können. Doch wie?
Inspiriert von seinen Freunden entstand die Idee, lebende Bäume in einem Mietmodell, so quasi in einem Full-Service anbieten zu können. Bei der Marktrecherche stiess er auf Anbieter, welche die Bäume ebenfalls im Topf anbieten, jedoch ohne Rücknahme, ohne Wiederanpflanzung und im Plastiktopf.
Nachdem Bekannte von günstigen jedoch schnell eingegangenen Bäumen berichteten und da er mit Plastiktöpfen keinen unnötigen Abfall generieren wollte, war klar - keine Plastiktöpfe.
Mit all diesen Informationen im Gepäck, entwickelte er sein Ziel: Zukünftig eine umweltschonende und nachhaltige Dienstleistung anbieten zu können bei welcher die Bäume eine grosse Überlebenschance haben, und kein Plastikabfall entsteht.
Den Witterung standgehalten
Bruno Schär stellte bald fest, dass grosse Herausforderungen gemeistert werden müssen. Für die Produktion einer grossen Menge an verfügbaren Bäumen hätte es Jahre gedauert bis eine entsprechende Baumkultur aufgebaut wäre. Eine Baumschule mit viel Erfahrung musste her. Da Bruno Schär im ersten Jahr mindestens 200 Bäume vermieten wollte, musste auch ein Transportunternehmen mit einem grossen Fahrzeugpark gefunden werden. Last but not least stellte sich die wichtige Frage nach einem Topf-Produzenten.
Nach der Identifikation der Herausforderungen erstellte Bruno Schär ein Pflichtenheft für jede Challenge. Dabei war bereits klar, dass er ungefähr im dritten oder vierten Jahr über 1‘000 Christbäume zu vermieten beabsichtigte.
In Gesprächen mit Baumschulen zeigte sich, dass diese die Kriterien leider nicht erfüllten. Musste er seine Idee aufgeben? Zufällig erfuhr er von einer grossen Baumschule im Kanton Bern von einer Baumschule im Kanton Graubünden. Der Erstkontakt mit dieser Baumschule war sehr interessant und erfolgsversprechend. Weitere Gespräche gipfelten dann Ende 2020 in einen Partnerschaftsvertrag für eine gemeinsame Zusammenarbeit. Alle Anforderungen wurden bestens erfüllt: Grosse Auswahl an Baumsorten bis rund 12 m Höhe, eigener Fahrzeugpark und über 20 Jahre Erfahrung hinsichtlich der Kultivierung von Christbäumen in Topf.
Somit blieben nur noch zwei Baustellen: Der Produzent von biologisch abbaubaren Töpfen und der Bau eines Webshops. Bruno Schär suchte in der ganzen Welt nach Topfproduzenten und wurde einfach nicht fündig. Kein Produzent hatte jemals Töpfe grösser als 2 Liter produziert. Nach diversen Evaluationen von potenziellen Anbietern und zahlreichen Testings, war schliesslich ein Anbieter mit Töpfen höchster Qualität gefunden.
Es wurden zwei neue und teure Pressformen gezeichnet und geordert und aufgrund der guten Erfahrung zeichnete Bruno Schär auch die Pressform für den 45 Liter Topf. Die Pressform wurde wiederum in kurzer Zeit hergestellt, sodass Bäume bis 2 m Höhe in biologisch abbaubaren Töpfen ausgeliefert werden konnten. Eine Knacknuss dabei war, dass der Topf sich währen 6 Monaten nicht verformen darf, er jedoch nach Wiederanpflanzung der Bäume mitsamt Topf verrotten muss. Dieses Ziel wurde auch erreicht. Bei der Verrottung resultiert wertvoller Humus mit Dünger, was den Einsatz von Düngemittel drastisch reduziert.
"Wir sind sehr dankbar und auch ein wenig stolz, bereits in der zweiten Saison im Jahre 2022 rund 700 Bäume vermietet zu haben. Damit wurden wir zu einem der grössten Anbieter von Christbäumen im Topf, notabene im biologisch abbaubaren HAPPY TREE Naturfasertopf. Bereits im Jahr 2022 bestellten nicht nur Privatkunden Bäume. Auch einzelne grosse Geschäftskunden bestellten erstmal lebende HAPPY TREE® Weihnachtsbäume mit intakten Wurzeln."
Wie geht es weiter mit Happy Tree?
Jährlich werden rund eine Million Weihnachtsbäume für Schweizer Kunden geschlagen. Wir wollen einen möglichst grossen Anteil dieser Bäume retten. Als nächstes grosses Ziel gilt es die Marke von eintausend Bäumen zu knacken. Dies werden wir bestenfalls bereits im Jahr 2023 erreichen und in fünf Jahren beabsichtigen wir die Grenze von fünftausend Bäumen zu knacken.
IT technisch sind wir für Standard-Bäume bis 2 Meter Höhe voll digitalisiert. Für das Offertwesen muss unser Bestellabwicklungs-System erweitert werden, um auch die Erstellung von Offerten bis zur Verrechnung digital vornehmen zu können.
Für den Bereich Logistik wurde bereits eine integrierte Transport-Software inkl. Tourenplanung und Order-Tracking-Lösung evaluiert. Diese soll nun von der Baumschule beschafft und implementiert werden.
Die Gesichter hinter Happy Tree
Bruno Schär, Gründer, Inhaber und Geschäftsführer
Seit der Gründung von HAPPY TREE ist Bruno die treibende Kraft bezüglich allen Aktivitäten. Er durfte das Privileg geniessen, in einem Haus mit Garten aufzuwachsen. Dabei war die Baumpflege ein grosses Thema und er züchtete an die zwanzig Tannenbäume. Bruno’s erfolgreiche berufliche Karriere führte ihn über verschiedene Stationen und Branchen bis hin zur Künstlichen Intelligenz in der Medizintechnik. Zu seinen Kunden gehörten 3 Universitäts- und mehrere Kantonsspitäler. Als Junior-Partner in einer Software-Firma begeisterte Bruno die SNB, etliche Kantonalbanken und viele internationale Institute aber auch Privatbanken wie Bank Sarasin. Als Familienmensch mit zwei Jungs hatten er jedes Jahr einen Weihnachtsbaum. Einen geschlagenen, zum anschliessenden Wegwerfen. Im Januar 2020 blutete ihm beinahe das Herz beim Entsorgen einer wunderschönen Nordmann-Tanne. Weltweit rücken Umweltthemen in die Bildfläche und er fasste den Entschluss, einen Beitrag zu leisten. Zufällig erfuhr er von kompostierbaren, robusten Naturfaser-Töpfen. Somit können Bäume mit Wurzeln gesetzt und nach Weihnachten mitsamt Topf im Wald oder in der Baumschule wieder gepflanzt werden, wobei der Topf nicht nur verrottet, sondern zudem als natürlicher Dünger wirkt. Er fühlt sich ausserodentlich glücklich, Ihnen unser ökologisches und nachhaltiges Mietkonzept von HAPPY TREE® und HAPPY PLANT® anbieten zu können. Bei der Verbesserung unserer Ökobilanz wird Bruno von befreundeten, innovativen Experten tatkräftig unterstützt.
Adrian Suter, Gesellschafter und Business Development
Adrian hat sich schon als Jugendlicher für Reisen im Zusammenhang mit der Natur interessiert. So konnte er in den USA und Kanada die grossen Wälder entdecken. Heute bestaunt er auch immer wieder auf Waldläufen und Wanderungen die Schweizer Naturschutzgebiete im Engadin und dem Berner Oberland. Als Kind hatte er sich immer auf dem Weihnachtsmarkt einen geschlagenen Tannenbaum abgeholt und später als Vater wählte er oft im lokalen Wald (Baumplantage) eine Nordmanntanne aus, die er dann nach dem Schlagen mit seiner Tochter nach Hause trugen. Die Tannenbäume wurden jeweils etwa zwei Wochen nach Weihnachten via Gemeinde entsorgt und verbrannt. Aus seiner heutigen Sicht ist dieser «One Way Prozess» eines Oster- oder Weihnachtsbaumes nicht mehr zeitgemäss und muss aus ökologischen Gründen unbedingt durch einen wiederverwendbaren Baum abgelöst werden. Darum engagiert er sich bei den Gründern und Freunden von HAPPY TREE ® und HAPPY PLANT® für einen nachhaltigen Baumprozess basierend auf wiederverwertbaren Schweizer Sträuchern und Bäumen aus dem Bündnerland, welche die Wurzeln behalten dürfen. Im beruflichen Bereich beschäftige sich Adrian mit der Automatisierung und Digitalisierung von komplexen IT-Geschäftsprozessen. Privat ist er am Bauen eines neuen Eigenheimes nach den strengen Minergie-P Grundsätzen.
Die Vision
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass in Zukunft für Weihnachten KEINE Bäume mehr geschlagen werden. Dadurch leisten wir einen substanziellen Beitrag zur Klimaverbesserung.
Unsere Visionen: Verbesserung der Gesundheit durch Begrenzung des Klimawandels und Reduktion von Plastikabfall und Umweltbelastung.
Unsere Visionen erreichen wir mit einer einzigartigen Kreislaufwirtschaft mittels mehrfach verwendbaren HAPPY TREE® Weihnachtsbäumen. Mit ungeschnittenen Wurzeln im biologisch abbaubaren HAPPY TREE® Naturfaser-Topf.
Damit kombinieren wir Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Gesundheit mit Momenten voller Freude, bezaubernder Ästhetik und einfachster Pflege. Denn nur lebende Pflanzen vermögen CO2 und Feinstaub zu binden sowie Sauerstoff zu produzieren.
Hier gelangst du zur Website: Nachhaltiger Christbaum im biologisch abbaubaren Naturfaser-Topf - WELTNEUHEIT (tannenbaum-mieten.ch)